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Tipps für gesundes Zahnfleisch

Ohne Probleme durch heiß und kalt

Kommt es bei Ihnen zu heftigen, kurz anhaltenden Schmerzen, wenn Sie kalte, heiße, süße oder saure Speisen zu sich nehmen? Dann leiden Sie wie fast jeder zweite Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren unter empfindlichen Zähnen. Meist ist die Ursache ein Rückgang des Zahnfleisches, so dass die Zahnhälse oder Teile der Zahnwurzeln frei liegen. Was Ihnen bei empfindlichen Zähnen hilft und wie Sie Ihr Zahnfleisch gesund erhalten.

Gesundes Zahnfleisch blutet nicht

Straff und zartrosa – so sieht gesundes Zahnfleisch aus. Beim Zähneputzen blutet es nicht und Sie haben keine unangenehmen Empfindungen beim Verzehr von Eis oder heißen Getränken. Gesundes Zahnfleisch umgibt die Zahnhälse in einer stabilen Schicht und verhindert, dass Bakterien und Ablagerungen (Plaque) in den Raum zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen und bis zum Kieferknochen gelangen.

Kritisch wird es bei einer vermehrten Bakterienansiedlung, Belag- oder Zahnsteinbildung. In der Folge kommt es zu einer Entzündung des Zahnfleisches; es schwillt an, ist prall mit Blut gefüllt und blutete bereits beim Putzen der Zähne. Aber keine Angst: Solche Zahnfleischentzündungen bilden sich nach einer professionellen Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt meist vollständig zurück.

Hinweis: Auch Stress, chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sowie Hormonschwankungen, wie sie zum Beispiel während der Wechseljahre auftreten, führen bei manchen Menschen zu Zahnfleischentzündungen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt beraten.

Tägliche und richtige Zahnpflege

Das A und O für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch ist eine konsequente und gründliche Mundhygiene. Überprüfen Sie dabei Ihre Putztechnik. Vermeiden Sie horizontale Schrubb-Bewegungen, Ihre Zähne nehmen sonst bleibenden Schaden: Am Zahnhals sieht der Arzt dann keilförmige Absprengungen des Zahnschmelzes.

Drücken Sie beim Putzen nicht zu stark mit der Bürste auf Zähne und Zahnfleisch und wählen Sie Ihre Zahncreme mit Bedacht aus: Defekten an den Zähnen beugen Sie vor, wenn Sie eine schonende Zahnpasta mit einer mittleren Putzwirkung benutzen. Eine Orientierung hierfür ist der RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion). Je kleiner er ist, desto schonender ist die Zahncreme. Für eine ausreichende Putzwirkung wird ein RDA-Wert zwischen 50 und 70 empfohlen, zum Beispiel aminomed® oder Aronal forte®. Zusätzlich helfen versiegelnde Zahnpasten (zum Beispiel Apa Care®Zahnpasta, Desensin® repair) oder Reparaturgele (zum Beispiel elmex® sensitiv Professional™ Repair & Prevent Zahnpasta, Apa Care & Repair Intensiv Reparatur) bei empfindlichen Zähnen.

Tipp: Bei richtigem Anpressdruck wechselt das Zahnfleisch unter der Zahnbürste kurze Zeit die Farbe von rosa zu weißlich. Kontrollieren Sie sich ab und zu im Spiegel.

Damit es gar nicht erst zu Zahnproblemen kommt: Früherkennung beim Zahnarzt

Gehen Sie frühzeitig Warnsignalen wie Zahnfleischbluten, freiliegenden Zahnhälsen, ungewohntem Mundgeruch oder lockeren Zähnen auf den Grund. Ihrem Zahnarzt stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, schwerwiegendere Erkrankungen zu verhindern. Ausmessen von Zahnfleischtaschen, Röntgenuntersuchungen und spezielle Risikotests stellen die Ursachen Ihrer Beschwerden fest und helfen bei einer erfolgreichen Therapie.

Tipp: Viele Menschen vermeiden den Zahnarztbesuch, weil sie Angst vor einer schmerzhaften Behandlung von Wurzeln und Zähnen haben. Heute existieren schonende und in der Regel schmerzarme Alternativen wie Sonden, die im Ultraschallbereich arbeiten oder Wurzelreinigung mit Pulverpartikeln. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt ruhig auf Narkosemöglichkeiten an.

Professionelle Zahnreinigung für gesunde und schöne Zähne

Kümmern Sie sich rechtzeitig um einen Termin für eine professionelle Zahnreinigung (PZR). Zahnärzte empfehlen sie zweimal im Jahr, um Beläge durch Genussmittel und Bakterien zu beseitigen. Eine PZR umfasst eine Zahnsteinentfernung und Reinigung aller sichtbaren Zahnoberflächen oberhalb des Zahnfleisches mit Hilfe von Zahnseide, Pulvergeräten und Versiegelung mit Speziallacken. Ebenfalls werden Stellen gereinigt, die Sie selbst beim Putzen nur schlecht erreichen.

Hinweis: Eine PZR hat keinen Einfluss auf Beläge auf der Wurzeloberfläche unterhalb des Zahnfleischsaumes. Falls bei Ihnen das Risiko für eine Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates) besteht, spricht Ihr Zahnarzt Sie auf spezielle Behandlungsmöglichkeiten an.

Quelle: Prof. Rainer Hahn, Besser Vorsicht als Nachsicht, Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 47, S. 68 vom 24.11.2016.

Quelle: Simone Lang
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Tomaten- und Erdbeerallergie

Auf die Sorte kommt es an

Forscher von der Technischen Universität München (TUM) bestimmten die Menge an allergieauslösenden Stoffen in Erdbeer- und Tomatenpflanzen und untersuchten, ob Anbau- und Zubereitungsmethoden eine Rolle spielten.

Rot oder gelb, groß oder klein: verschiedene Pflanzen auf dem Prüfstand

Allergische Reaktionen auf Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln haben in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen. Betroffene berichten von Hautausschlägen, Schnupfen bis hin zu Bauchschmerzen. Ursache sind allergieauslösende Eiweiße (Proteine), die oft dem Hauptallergen aus Birkenpollen ähneln. Rund 30 Prozent der Birkenpollenallergiker leiden nach eigenen Angaben unter allergischen Reaktionen auf Erdbeeren. Auf Tomaten reagieren etwa 2 Prozent der Nordeuropäer allergisch, in Italien sind es sogar 16 Prozent.

Das Team um Prof. Wilfried Schwab vom Lehrstuhl für Biotechnologie der Naturstoffe an der TUM untersuchte, welchen Einfluss Sorte, Anbaumethode und Verarbeitung auf den Allergengehalt der Früchte haben. Sie setzten 23 verschieden farbige Tomatenpflanzen und 20 Erdbeersorten in ihren Versuchen ein und bestimmten die Menge der allergieauslösenden Proteine Sola I 4 in Tomaten und Fra a 1 in Erdbeeren. Getestet wurde unter biologischen und konventionellen Anbaubedingungen sowie eine Sonnen-, Ofen- und Gefriertrocknung.

Hin zu Pflanzen ohne Allergiepotential

Sowohl bei Tomaten- wie auch bei Erdbeerpflanzen ist die Sorte für den Gehalt an Allergenen entscheidend. Weiterhin zeigten die Versuche die Hitzeempfindlichkeit der Proteine: Der Gehalt an allergieauslösenden Eiweißen und damit das Allergiepotential sank, wenn die Früchte erhitzt wurden. Der Einfluss der Anbaubedingungen war gering.

Die Ergebnisse der Studie helfen Wissenschaftlern in Zukunft dabei, gezielt Erdbeer- und Tomatensorten zu züchten, die für Allergiker geeignet sind.

Quelle: Berufsverband Deutscher Internisten e. V.

Quelle: Simone Lang
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Übergewicht bei Jugendlichen

Zu viele Kilos belasten das Herz

Bereits im Jugendalter schadet Übergewicht dem Herzen. Forscher der Universität Bristol wiesen bei übergewichtigen Jugendlichen einen erhöhten Blutdruck und einen vergrößerten Herzmuskel nach.

Schäden am Herzmuskel bereits in jungen Jahren

Wissenschaftler um Kaitlin Wade von der Universität Bristol stellten sich die Frage, ob Übergewicht schädliche Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System im Jugendalter hat. Das Expertenteam untersuchte 3000 Jugendliche jeweils im Alter von 17 und 21 Jahren. Das Gewicht der Studienteilnehmer beurteilten die Forscher mit dem Body-Mass-Index (BMI). Die Herzfunktion bewerteten sie über die Herzfrequenz und die Pulswellengeschwindigkeit in großen Gefäßen wie der Halsschlagader. Die Pulswellengeschwindigkeit nimmt ab, wenn Blutgefäße weniger elastisch oder verengt sind. Dies ist zum Beispiel bei Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Fall, wenn sich Bindegewebe, Kalk und Fett in den Blutgefäßen ablagern. Die Herzgröße ermittelten die Forscher bei den 21-Jährigen durch eine Magnetresonanztomografie (MRT).

Die Herzfrequenz der Jugendlichen mit Übergewicht war nicht erhöht und die Pulswellengeschwindigkeit nicht erniedrigt im Vergleich zu schlanken Jugendlichen. Probanden, die mit 17 Jahren bereits übergewichtig waren, hatten im Alter von 21 Jahren häufiger einen erhöhten Blutdruck und einen vergrößerten linken Herzmuskel als schlanke Jugendliche.

Arteriosklerose kommt erst später

In der Vergrößerung des linken Herzmuskels sahen die Wissenschaftler eine Folge des Bluthochdrucks und eine Schädigung des Herzens: Durch den erhöhten Blutdruck arbeitet die linke Herzkammer gegen einen größeren Widerstand, die Muskelmasse passt sich an und nimmt zu. Ärzte sprechen dann von einer Herzhypertrophie. Wade und Kollegen werteten die Hypertrophie als Risiko für eine spätere Herzmuskelschwäche. Aufgrund ihrer Ergebnisse nahmen die Wissenschaftler an, dass eine beschleunigte Arteriosklerose, die für Erwachsene das Risiko einer Herzerkrankung bedeutend erhöht, erst im fortgeschrittenen Lebensalter auftritt.

Quelle: Ärzteblatt

Quelle: Miriam Knauer
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Frischer Atem durch Ingwer

Scharfstoff hilft gegen Mundgeruch

Lebensmittelchemiker aus München entdeckten, dass Gingerol aus der Ingwerwurzel gegen schlechten Atem half und dass Zitronensäure salzige Speisen weniger salzig schmecken ließ. Verantwortlich für die Effekte war eine Veränderung des Speichels.

Ingwer sorgt für bessere Atemluft

Die Ingwerwurzel erhält durch den Inhaltsstoff Gingerol ihren typischen scharfen Geschmack. Die Wirkung von Gingerol erforschte ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Leibniz-Instituts für Lebensmittel-Systembiologie. Bei 8 Testpersonen bestimmten die Forscher die Zusammensetzung von Speichel und Atemluft vor und nach dem Genuss von Ingwer. Durch Gingerol erhöhte sich die Konzentration eines Eiweißes, das im Speichel übelriechende, schwefelhaltige Substanzen abbaut, auf das 16-fache des normalen Wertes. Der unangenehme, faulige Geruch von Schwefel in manchen chemischen Verbindungen schlägt sich ebenfalls in der Ausatemluft nieder.

Laut Studienleiter Prof. Thomas Hofmann vermindert Gingerol damit den lang anhaltenden Nachgeschmack vieler Lebensmittel. „Auch unser Atem riecht dadurch besser“, erklärt er. Hofmann sieht im beobachteten Gingerol-Effekt eine Möglichkeit, zukünftig neue Mundpflegemittel zu entwickeln.

Mit Zitrone schmeckt Essen weniger salzig

In einem zweiten Teil stellten sich die Lebensmittelchemiker die Frage, wie Zitronensäure auf die salzige Geschmackswahrnehmung wirkt. Nach dem Genuss von Zitronensaft nahm bei den Testpersonen der Speichelfluss zu. Außerdem erhöhte sich die Menge der gelösten Mineralstoffe. Zu diesen Mineralstoffen gehört unter anderem Natrium, das im Speichel in Form von Natriumionen vorkommt. Durch die Säure im Zitronensaft stieg die Menge an Natriumionen auf das 11-fache des Normwertes im Speichel.

Hofmann erklärt, warum gesalzene Speisen durch die Zitronensäure weniger salzig schmecken: „Kochsalz ist nichts anderes als Natriumchlorid, wobei die Natriumionen beim Menschen für den Salzgeschmack verantwortlich sind. Enthält der Speichel bereits höhere Konzentrationen an Natriumionen, müssen verkostete Proben einen deutlich höheren Salzgehalt aufweisen, um sie vergleichsweise salzig zu empfinden.“

Hofmann und Kollegen möchten mit weiteren Untersuchungen eine wissenschaftliche Basis schaffen, zukünftig die Lebensmittelherstellung am Geschmacksempfinden der Verbraucher auszurichten.

Quelle: Eurekalert

Quelle: Miriam Knauer
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Diabetes und Parodontitis

Mit Vorsorge gegen Zahnverlust

Diabetes ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer behandlungsbedürftigen Entzündung des Zahnhalteapparats (Parodontitis). Experten raten Diabetespatienten zu regelmäßigen Zahnkontrollen und gründlicher Mundhygiene.

Diabetes und Parodontitis: eine fatale Kombination

Parodontitis gilt weltweit als die häufigste chronische Erkrankung. Zu Beginn verursacht bakterieller Zahnbelag eine oberflächliche Entzündung des Zahnfleisches, die sich unbehandelt zu einer Parodontitis entwickeln kann. Der Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), Prof. Dirk Müller-Wieland, erläutert: „Außer mangelnder Mundhygiene sind Rauchen, Stress und genetische Faktoren Ursachen für diese chronische Entzündung.“ Für Diabetiker sieht er besondere Gefahren: „Ist der Blutzuckerspiegel […] schlecht eingestellt, steigt das Risiko für Parodontitis stark an. Auch ist dann die Zahnfleischbehandlung komplizierter, der Krankheitsverlauf schwerer, ein Zahnverlust häufiger.“ Die beobachtete erhöhte Sterblichkeit bei Diabetespatienten mit Parodontitis liegt in Entzündungsvorgängen begründet, die sich negativ auf das Herz auswirken.

Regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt

Da eine Parodontitis meist schmerzfrei verläuft, rät der DDG-Experte Erhard Siegel: „Es ist […] wichtig, unbedingt auf erste Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Mundgeruch, Änderungen der Zahnstellung oder länger werdende, gelockerte Zähne zu achten.“ Da Zahnärzte bereits frühe Stadien einer Parodontitis erkennen und behandeln können, empfiehlt Siegel Menschen mit Diabetes, mindestens einmal jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen.

Quelle: DDG

Weitere Informationen zum Selbsttest, um das eigene Parodontitisrisiko einzuschätzen, auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.

Quelle: Simone Lang
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