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Wie oft duschen mit Neurodermitis?

Täglich oder wöchentlich

Die Haut von Menschen mit Neurodermitis reagiert auf viele Reize. Ob auch tägliches Duschen dazu gehört, haben britische Forschende untersucht.

Heißes Wasser ist tabu

Ausgiebige heiße Bäder oder langes heißes Duschen kann die Hautbarriere schädigen – das ist bekannt. Bei Menschen mit Neurodermitis wird dadurch die ohnehin gestresste Haut noch mehr belastet, und sie fängt an zu jucken und entzündet sich. Doch nicht nur heißes Wasser, auch Seifen zerstören die Hautbarriere. Empfohlen wird Neurodermitispatient*innen deshalb, lieber lauwarm und kurz zu duschen und seifenfreie Reiniger zu benutzen.

Doch wie sieht es mit der Häufigkeit beim Duschen oder Baden aus? Sind tägliche Duschen oder Wannenbäder zu viel für die Neurodermitishaut? Daten dazu gibt es bisher kaum. Deshalb hat eine britische Arbeitsgruppe eine Badestudie gestartet, bei der 438 Männer, Frauen und Kinder mit moderater bis schwerer Neurodermitis mitmachten.

Täglich oder wöchentlich ins Wasser

Die Teilnehmenden wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe A durfte nur ein- oder zweimal wöchentlich in die Wanne oder unter die Dusche. Gruppe B musste dagegen mindestens sechs Mal pro Woche eine nasse Ganzkörperreinigung vornehmen. Vor der Studie wurde mithilfe eines standardisierten Fragebogens die Schwere der Hauterscheinungen bestimmt. Diese lag in Durchschnitt bei 14,7 Punkten – wobei die Skala von 0 (keine Hauterscheinungen) bis 28 (schwerste Hauterscheinungen) reichte.

Nach vier Wochen beantworteten die Teilnehmenden den Fragebogen erneut. Dabei stellte sich heraus, dass der Wert bei den täglich Duschenden oder Badenden um 2,9 Punkte gesunken war, und bei denjenigen mit höchstens zweimaliger Nassreinigung um 3,3 Punkte. Der Unterschied betrug 0,4 Punkte, weshalb die wöchentliche Reinigung einen minimalen Vorteil hatte. Statistisch signifikant – also bedeutend - war dieser Unterschied allerdings nicht.

Betroffene sollen selbst entscheiden

Damit hatte die Häufigkeit des Badens oder Duschens keine Auswirkungen auf die Schwere des Hautekzems, fassen die Studienautor*innen zusammen. Ihrer Meinung nach sollten Menschen mit Neurodermitis selbst entscheiden, wie häufig sie baden oder duschen wollen – solange sie sich an die allgemeinen Ratschläge zu Wassertemperatur (32° bis 36°) und seifenfreien Reinigungsmitteln halten.

Quelle: British Journal of Dermatology

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Mehr Fett durch Rauchen?

Zunahme von Bauchfett befürchtet

Rauchende haben den Ruf, eher schlank zu sein. Das stimmt auch – dennoch führt Rauchen möglicherweise zu mehr innerem Bauchfett.

Inneres Fett macht krank

Das innere Bauchfett – oder auch viszerales Fettgewebe – umgibt alle Organe im Bauch. Das ist auch gut so, denn der dünne Fettmantel schützt die Organe. Im Vergleich zum äußerlich sichtbaren Fett gehen vom inneren Bauchfett die größeren Gesundheitsrisiken aus: Das Mehr an innerem Bauchfett erhöht das Risiko für manche Krankheiten erheblich, darunter Herzinfarkt, Diabetes, Schlaganfall und Demenz. Dazu ist das innere Bauchfett tückisch: denn auch äußerlich schlanke Menschen können viel inneres Bauchfett haben.

Hinweise verdichten sich

Genau dies könnte auf Rauchende zutreffen. Im Schnitt haben Rauchende zwar einen geringeren BMI als Nicht-Rauchende, dafür könnte durch das Rauchen das innere Bauchfett zunehmen. Neben den schädlichen Folgen von Nikotin und weiteren Zusatzstoffen im Tabak kämen also weitere Gesundheitsrisiken durch das Bauchfett hinzu.

Oder doch die Gene?

Noch ist allerdings nicht klar bewiesen, ob sich das innere Bauchfett tatsächlich durch das Rauchen vermehrt. Auch Gene könnten eine Rolle spielen, die sowohl zur Fettzunahme als auch zum aktiven Rauchverhalten führen. Dennoch verdichten sich die Hinweise, dass Rauchen das innere Fett fördert. Bisher noch nicht untersucht wurde, ob eine Entwöhnung vom Rauchen eine Auswirkung auf die Fettverteilung hat. So bleiben noch einige Fragen offen.

Quelle: Ärzteblatt

Quelle: Dr. med. Tobias Höflein
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Besser morgens unters Messer

Einfluss auf das Überleben

Wer sich seinen OP-Termin aussuchen kann, sollte ihn am Vormittag wählen. Denn bei Eingriffen vor 13:00 Uhr sind die Chancen für das Überleben offenbar besser als bei nachmittäglichen Operationen.

290000 Operationen analysiert

Das Gelingen einer Operation hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel davon, wie schwer die Erkrankung und wie komplex der Eingriff ist, und natürlich auch von der Expertise des Operierenden. Nun hat eine südkoreanische Arbeitsgruppe untersucht, ob auch der Zeitpunkt der Operation von Belang ist.

Dazu analysierten sie die Daten von über 290 000 Patient*innen, die sich einer Operation unterzogen hatten. Es handelte sich dabei um geplante Eingriffe. Notfalloperationen und Eingriffe am Herzen waren ausgeschlossen.

Weniger Komplikationen, geringere Sterberate

Die Patient*innen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. In Gruppe 1 hatten die Operationen zwischen 8:00 und 13:00 begonnen, in Gruppe 2 zwischen 13:00 und 18:00. Dann verglichen die Forschenden die kurz- und längerfristigen Ergebnisse der Eingriffe.

Es stellte sich heraus, dass bei Operationen, die früh am Tag durchgeführt worden waren, insgesamt weniger Patient*innen verstorben waren als bei Eingriffen am Nachmittag. Die morgens Operierten hatten zudem mit weniger Komplikationen zu kämpfen. Sowohl Blutungen als auch Lungenentzündungen und akutes Nierenversagen traten bei ihnen seltener auf.

Auch langfristig punktete die Vormittagsoperation: Nach einem Jahr lebten in der Früh-OP-Gruppe mehr Menschen, wobei der Vorteil sogar über einen Zeitraum von fast elf Jahren bestehen blieb. Am stärksten machte sich der positive Effekt der frühen Operation bei Patient*innen über 65 Jahren bemerkbar.

Die Unterschiede waren zwar nicht groß, aber vorhanden, schreibt das Team. Mit der Art der Eingriffe hatten sie offensichtlich nichts zu tun. Denn die Ergebnisse blieben im Trend auch bestehen, als die Forschenden bei ihren Berechnungen weitere Einflussfaktoren wie z. B. Begleiterkrankungen berücksichtigten.

Hormonspiegel und Tagesablauf

Ursache dieser Ergebnisse könnten tageszeitliche Schwankungen der Hormonspiegel sein, vermuten die Autor*innen. Diese könnten einen Einfluss sowohl auf die Leistungsfähigkeit der Chirurg*innen als auch auf das Immunsystem der Operierten haben.

Denkbar wäre aber auch, dass organisatorische Faktoren wie der Tagesablauf im OP eine Rolle spielen könnten. Insgesamt raten die Forschenden, komplizierte Eingriffe oder Operationen bei Risikopatient*innen lieber vormittags zu planen.

Quelle: Springer Medizin

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Im neuen Jahr mit dem Rauchen aufhören

So gelingt der Neujahrsvorsatz

„Mit dem Rauchen aufhören“ ist neben „mehr Sport treiben“ und „gesünder ernähren“ einer der häufigsten Neujahrsvorsätze. Doch nicht jeder schafft den Verzicht. Mit den folgenden Tipps gelingt der Nikotinverzicht.

Entzugssymptome mit Nikotinersatzmitteln lindern

Rauchen ist hierzulande nach wie vor ein weitverbreitetes Laster: Einer von drei Bundesbürgern greift zumindest gelegentlich zum Glimmstängel. Für das neue Jahr nehmen sich viele Menschen vor, mit dem Rauchen endlich aufzuhören. Damit dies dauerhaft gelingt, gilt es Entzugssymptome wie Unruhe und Reizbarkeit abzumildern. Dazu eignen sich Nikotinersatzmittel, wie Nikotinkaugummis oder Nikotinpflaster. Je nach Rauchverhalten eignen sich unterschiedliche Nikotinersatzprodukte. Eine Beratung erhalten Betroffene in der Apotheke oder auch der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Aufschieben, Ausweichen, Ablenken

Oft ist das Rauchen an bestimmte Gewohnheiten und Rituale gekoppelt, etwa den Morgenkaffee oder das Warten auf den Bus. Gerade in diesen Situationen ist das Verlangen nach einer Zigarette oft größer, als der Wunsch endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Um das Verlangen in diesen Situationen zu unterbinden und die Gewohnheit zu ändern, helfen die drei „A-Tipps“:

  • Aufschieben: zum Beispiel erst zehnmal tief durchatmen
  • Ausweichen: etwa den Raucherbereich im Bahnhof meiden
  • Ablenken: jemanden anrufen, Musik hören oder einkaufen gehen


Um Mund und Hände anderweitig zu beschäftigen, eignet sich eine Zwischenmahlzeit in Form eines Apfels, ansonsten auch Lutscher oder Lutschbonbons.

Weitere Informationen und eine individuelle Beratung, wie der Rauchverzicht dauerhaft gelingt, gibt es in der Apotheke, in der Arztpraxis oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, ABDA, rauchfrei-info.de

Quelle: Leonard Olberts
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Knochengesund im Alter

Aktiv leben mit Osteoporose

Bei Erwachsenen bildet sich die Knochenmasse kontinuierlich zurück. Schreitet der Abbau zu schnell voran, drohen Knochenbrüche. Bewegung und gesunde Ernährung helfen den Knochen zu festigen.

Mit 30 geht’s bergab

Schon ab dem 30. Lebensjahr verringert sich die Knochenmasse. Bei manchen Menschen schneller als bei anderen. Vollzieht sich der Abbau zu schnell, spricht man von Osteoporose. Ursächlich ist meist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Genetische Vorbelastung, ein ungesunder Lebensstil sowie Hormonmangel erhöhen das Risiko an Osteoporose zu erkranken. Besonders Frauen merken ab der Menopause einen deutlichen Abfall in der Knochendichte. Der Grund: Die weiblichen Geschlechtshormone sind wichtig für den Knochenaufbau - fehlen jedoch ab der Menopause. Doch auch junge Menschen beeinflussen durch ihren Lebensstil ihre Knochengesundheit stark. Deshalb lohnt es sich, schon im jungen Alter der Osteoporose vorzubeugen.

Kalzium stärkt die Knochen

Kalzium und Vitamin D halten den Knochen stabil und belastbar. Auch wenn die Osetoporose bereits eingesetzt hat, verbessert eine gesündere Ernährung mit viel Kalzium und Vitamin D den Krankheitsverlauf. Sie stecken vor allem in Fisch und Milchprodukten. Diese Lebensmittel sollten deshalb mehrmals pro Woche auf den Teller kommen, um einem vorzeitigen Knochenabbau entgegenzuwirken. Um sicherzugehen, sollte der Vitamin-D-Spiegel regelmäßig durch Bluttests kontrolliert wird. Wer unter einem Mangel leidet, greift dann am besten auf Nahrungsergänzungsmittel zurück - am besten aus der Apotheke.

Im Idealfall sollte die Behandlung auch regelmäßigen Sport umfassen. Beim Sport bauen sich Muskeln auf, die den Knochen stützen. Dadurch senkt sich das Risiko für Brüche. Allerdings sollten Osteoporose-Patient*innen Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko wie Ski fahren oder Skaten besser nicht betreiben. Ratsam sind Sportarten wie Kraftsport oder Aerobic.

Quelle: In Form

Quelle: Sandra Göbel
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