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Wie Babys sicher schlafen

Auch im Krankheitsfall

Wie schläft ein Baby am sichersten? Zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes (SIDS) gibt es dazu lang etablierte Regeln. Nur halten sich die Eltern nicht in jedem Fall daran, wie eine neue Studie zeigt.

Empfehlungen für sicheren Schlaf

. Die Wahrscheinlichkeit für einen plötzlichen Kindstod ist in den letzten 30 Jahren in Deutschland sehr stark gesunken. Plötzlicher Kindstod heißt, dass ein augenscheinlich gesundes Baby plötzlich im Schlaf verstirbt. Im Jahr 2020 sind bundesweit 84 Fälle dokumentiert, 1991 waren es noch fast 1300. Der Rückgang liegt zu einem großen Teil an den Empfehlungen für einen sicheren Schlaf: Idealerweise sollen Säuglinge und Babys bis zum Alter von einem Jahr beispielsweise auf dem Rücken schlafen, ohne Decken, Kissen oder Kuscheltiere in einem Kinderbett und in einer rauchfreien Umgebung. Vom Schlafen in Seiten- oder Bauchlage, im Elternbett oder auf einem Sofa raten Fachleute dagegen ab.

Sonderfall Krankheit

Eine Studie der American Academy of Pediatrics hat nun untersucht: Wie gut halten sich Eltern an die Schlafempfehlungen, wenn ihr Baby krank ist?. Dazu wurden über 100 Eltern befragt.

Das Ergebnis: Schon vor einer Erkrankung halten sich Eltern nur zu einem geringen Teil an die Schlafempfehlungen für Babys – und noch schlechter sieht es aus, wenn die Kinder eine Krankheit durchmachten.

Gut gewollt ist nicht gut getan

Warum weichen Eltern von lange etablierten Empfehlungen ab? Die Gründe für diese Entscheidung sind zum Beispiel der Wunsch, das Kind näher bei sich zu haben oder ihm das Einschlafen zu erleichtern. Einige der Befragten gaben auch an, dass der Rat von Familienmitgliedern Einfluss auf ihre Entscheidung hatte.

Die Forschenden halten dies für äußerst bedenklich. Gerade kranke Kinder sind besonders gefährdet.. Sie raten daher dringend dazu, sich auch im Krankheitsfall an die Schlafempfehlungen für Babys zu halten.

Nichts spricht dagegen, dass ein krankes Kind im elterlichen Schlafzimmer schläft – aber auch dann auf dem Rücken und ohne Decken und Kissen im eigenen Bett.

Quellen:

Quelle: Christine Sladky
Bildrechte: mauritius images / Westend61 / Mareen Fischinger

Peptide zum Selbstspritzen

Gefährlicher Trend

Peptide sind in den sozialen Medien der letzte Schrei. Sie werden mit Insulinspritzen unter die Haut injiziert und sollen wahre Wunder vollbringen. Die angepriesenen Wirkungen reichen vom Muskelaufbau bis zur mentalen Leistungssteigerung. Ein riskanter Trend.

Wundermittel als Botenstoffe

Peptide sind kurze Ketten aus Aminosäuren, die körpereigene Botenstoffe imitieren. Injiziert man sie unter die Haut, sollen sie bestimmte biologische Prozesse auslösen. Tatsächlich gibt es solche Peptide, die offiziell für die Behandlung von Erkrankungen zugelassen sind. Dazu gehören z. B. Wirkstoffe wie Semaglutid und Tirzepatid, mit denen man Diabetes und starkes Übergewicht behandelt – aber auch das altbekannte Insulin.

Peptide aus dubiosen Quellen

Mehr und mehr drängen jedoch nicht zugelassene Peptide zur Selbstinjektion auf den Markt. Sie werden vor allem über unseriöse Online-Shops vertrieben und stammen häufig aus chinesischen Laboratorien.

Typische Beispiele sind die Trend-Peptide TB-500 und CJC-1295, die beide gern von Bodybilder*innen und Sporttreibenden als Doping missbraucht werden. TB-500 soll Muskeln, Sehnen und Bänder schneller heilen lassen, CJC-1295 imitiert die Wirkung des Wachstumshormons und soll den Muskelaufbau und Fettabbau fördern. Andere Peptide werden als schlaffördernd und leistungssteigernd angepriesen.

Wirkung nicht nachgewiesen

Auch wenn sie in den sozialen Medien als effektiv beworben werden: Die Wirkung dieser als „Forschungschemikalien“ vermarkteten Peptide ist nicht nachgewiesen. Selbst wenn es Hinweise aus Laboruntersuchungen oder Tierversuchen gibt, so lassen sich diese nicht so einfach auf den Menschen übertragen.

Expert*innen raten aber auch noch aus anderen Gründen dringend davon ab, sich solche Peptide zu injizieren. Die Injektionen gelten als riskant, weil die Wirkstoffe aus unseriösen Quellen stammen, verunreinigt sein können und weil man nichts über mögliche Nebenwirkungen weiß.

In Deutschland strafbar

Das Fazit lautet: Von Trend-Peptiden sollte man besser die Finger lassen. In Deutschland ist ihr Konsum ohne Rezept strafbar, ebenso wie die Einfuhr und der Besitz. Viele fallen als Doping auch unter die Liste der nicht zugelassenen Substanzen.

Quelle: ptaheute

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: mauritius images / Alexander Raths

Lungenkrebsscreening für Rauchende

Soll im April losgehen

Je eher man eine Krebserkrankung erkennt, desto besser kann man sie behandeln. Das gilt auch für den Lungenkrebs. Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebs-Screening auf Kassenleistung. Das wird ab April 2026 endlich anders – zumindest für bestimmte Risikogruppen.

Frühdiagnose schenkt Lebensjahre

Jährlich erkranken etwa 57 000 Menschen an Lungenkrebs. Auch ein Lungenkrebs lässt sich in den frühen Stadien eher heilen als in fortgeschrittenen: Findet man ihn im Stadium I, überleben bis zu zwei Drittel der Betroffenen die ersten fünf Jahre nach Diagnose. Im fortgeschrittenen Stadium sind dies weniger als 10%.

Umso wichtiger ist ein Lungenkrebs-Screening. Screening bedeutet, bei Personen mit hohem Krebsrisiko, aber ohne Beschwerden nach einer Tumorerkrankung zu suchen. Beim Lungenkrebs ist dafür die Computertomographie besonders gut geeignet. Mit ihr lassen sich schon sehr kleine Tumoren erkennen, die häufig noch operabel sind.

Vorerst nur für Menschen, die rauchen oder geraucht haben

Weil die wichtigste Ursache für Lungenkrebs das Rauchen ist, soll für aktive und ehemalige starke Rauchende zwischen 50 und 75 Jahren das Screening Kassenleistung werden. Starkes Rauchen bedeutet, dass die Person mindestens 25 Jahre ohne größere Unterbrechung geraucht hat und der gesamte Konsum bei mindestens 15 Packyears liegt (ein Packyear bedeutet ein Jahr lang ein Päckchen Zigaretten/Tag).

Einmal jährlich zur CT

Das Screeningprogramm soll im April 2026 starten. Die Hausärzt*in prüft die Eignung mithilfe eines Fragebogens und stellt eine Überweisung aus. Dann wird voraussichtlich einmal jährlich eine Niedrigdosis-Computertomographie der Lunge gemacht. Sie hat nur wenig Strahlung und dauert wenige Minuten. Nach etwa zwei Wochen erhält die Patient*in den Befund. Ist das Ergebnis auffällig, folgen eine Zweitbewertung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen.

Quellen: Medscape, Gemeinsamer Bundesausschuss GBA

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Schwangere sollten Jod einnehmen

Schon vor der Empfängnis starten

Schwangere brauchen vermehrt Jod – und das am besten schon vor der Empfängnis. Jodreiche Ernährung reicht für die Versorgung meist nicht aus. Expert*innen empfehlen deshalb, das Spurenelement in Form von Tabletten einzunehmen.

Ohne Schilddrüsenhormone geht es nicht

Jod ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Und die sind wiederum unentbehrlich für den Organismus: Sie regulieren Stoffwechselprozesse, wirken auf Herz und Kreislauf und aktivieren die Nieren- und Darmtätigkeit. Außerdem haben Schilddrüsenhormone einen großen Einfluss auf die Nervenzellen und damit sowohl auf die Psyche als auch auf das Denkvermögen.

Eine ganz besondere Aufgabe erfüllen Schilddrüsenhormone in Bezug auf Wachstum und Reifung des ungeborenen Kindes im Mutterleib. Weil sich dessen eigene Schilddrüse erst im zweiten Teil der Schwangerschaft ausbildet, braucht das Kind von Anfang an mütterliche Schilddrüsenhormone. Fehlen diese, weil die Mutter unter einem Jodmangel leidet, drohen schwere Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen. Außerdem ist ein mütterlicher Jodmangel mit einer erhöhten Rate an Fehl- und Totgeburten verbunden.

Neue Fettdepots schlucken Hormone

Doch nicht nur der zusätzliche Hormonbedarf des Embryos oder Fetus führt dazu, dass Schwangere mehr Jod brauchen. Durch die Anpassung des mütterlichen Organismus an die Schwangerschaft verändern sich Blutvolumen und Fettdepots und damit die Jodverteilung im Körper. Außerdem scheiden die Nieren mehr von dem Spurenelement aus. Die hohen Östrogenspiegel bewirken außerdem, dass die Schilddrüsenhormone stärker an Eiweiße gebunden sind und weniger aktiv sind.

Aus all diesen Gründen müssen Schwangere mehr Schilddrüsenhormone bilden und brauchen dafür vermehrt Jod. Die tägliche Gesamtzufuhr soll etwa 230 µg betragen (bei Stillenden 260 µg). Um solch hohe Mengen zu gewährleisten, empfehlen Expert*innen die Einnahme von 100 bis 150 µg Jod am Tag. Daneben sollte auch über die Nahrung ausreichend Jod aufgenommen werden, z. B. in Form von Milch und Milchprodukten oder Meeresfisch.

Raucherinnen besonders gefährdet

Besonders auf eine ausreichende Jodzufuhr achten sollten zudem Veganerinnen, weil der völlige Verzicht auf tierische Produkte einen Jodmangel noch wahrscheinlicher macht. Auch Raucherinnen sind gefährdet: Das im Rauch enthaltene Thiocyanat hemmt den Jodtransport in die Schilddrüse und damit die Bildung von Schilddrüsenhormonen.

Quelle: pta heute

Quelle: Dr. med Sonja Kempinski
Bildrechte: Andrey_Popov/shutterstock.com

Zu müde für Sport?

Aktiver mit Kaffee und Tee

Eine Tasse Tee oder Kaffee pro Tag verhilft Frauen zu einem aktiveren Lebensstil mit mehr sportlicher Bewegung. Australische Forscher führen dies auf den anregenden Effekt des Koffeins zurück.

Kleine Mengen Koffein halten aktiv

An der Langzeitstudie der Universität Queensland nahmen über 7500 Frauen der Geburtsjahre 1946 bis 1951 teil. Die Teilnehmerinnen dokumentierten ihren durchschnittlichen Tee- und Kaffeekonsum der letzten 12 Monate sowie ihr Sport- und Bewegungsverhalten der letzten Woche.

„Kaffee- und Teetrinkerinnen fühlen sich seltener müde und haben mehr Energie“, erläutert Studienleiterin Tina Skinner die Studienergebnisse. „Für diejenigen, die eine oder zwei Tassen Kaffee am Tag trinken, ist die Wahrscheinlichkeit 17 Prozent höher, dass sie das empfohlene Level an Bewegung erreichen. Bei denen, die ein bis zwei Tassen Tee am Tag trinken, lag der Wert bei 13 bis 26 Prozent.“ Skinner betont, dass der Koffeinkonsum sportliche Aktivitäten von Frauen im mittleren Alter fördern könne, weil er Müdigkeit und Energielosigkeit verringert. Koffein werde auch damit in Verbindung gebracht, das Risiko für Typ-2-Diabetes, Demenz und einige Krebsarten zu reduzieren.

Sport wichtig für gesundes Altern

Skinner hebt die Bedeutung von körperlicher Bewegung in jedem Alter hervor: „Sportliche Aktivität ist wichtig, um gesund alt zu werden. Müdigkeit und Energielosigkeit halten mittelalte bis alte Frauen oft davon ab, das notwendige Pensum zu schaffen. Besonders bei Menschen mittleren Alters sorgt sie für körperliche Funktionalität und Unabhängigkeit.“

Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

Quelle: Simone Lang
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