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Immer mit Maß!
Wer viel musiziert, sollte aufpassen: Denn geigen, trompeten und Klavier spielen belasten Sehnen und Gelenke. Vorbeugen tut gut – am besten mit der richtigen Technik und Ausgleichssport.
Stress für Sehne und Gelenke
Musizieren verlangt Ausdauer und Präzision – und stellt einen hohen Anspruch an den Bewegungsapparat. Das liegt daran, dass Musikinstrumente nicht individuell maßgeschneidert sind, schreiben Fachleute. Der Körper muss sich also an die Tuba oder das Cello anpassen, was leicht zu Fehlhaltungen führt. Zudem werden immer und immer wieder die gleichen Bewegungsabläufe gefordert, was Gelenke und Sehnen stark beansprucht – vor allem bei professionellen Musiker*innen.
Menschen, die Geige spielen, sind besonders gefährdet für einen vorzeitigen Verschleiß und Verletzungen der Rotatorenmanschette. Das ist eine Muskelgruppe, die den Oberarmkopf kappenförmig umschließt und das Schultergelenk stabilisiert. Der Druck der Geige auf den Arm kann wiederum Druckschäden auslösen, und durch die vom Instrument ausgelösten Vibrationen am Kiefergelenk kann es zu Kopf- und Kieferschmerzen kommen. Die bogenführende Hand ist von Sehnenentzündungen und Karpaltunnelsyndrom bedroht.
Kiefergelenk und Hände gefährdet
Blasinstrumente haben es ebenfalls in sich. Das ständige Abspreizen des Armes belastet z. B. die Schultern. Das Kiefergelenk ist ebenfalls in Gefahr, denn Tuba- und Trompeteblasen lassen den Knochen mächtig vibrieren. Klavierspielende haben oft Probleme mit den Händen. Dazu gehören Sehnenscheidenentzündungen, Karpaltunnelsyndrom und entzündete Sesambeine. Und Trommelnden droht das Trommlerhandgelenk, bei dem sich die Strecksehnen von Daumen und Fingern entzünden.
Mit Technik und Ausgleichssport vorbeugen
Zum Glück können Musiker*innen einiges tun, um ihren Bewegungsapparat zu schützen. Zunächst gilt es, beim Üben ausreichend Pausen einzulegen. Außerdem sollten die Stühle oder Pulte ergonomisch gestaltet sein und zur Körpergröße passen. Essenziell sinddie korrekte Haltung und eine korrekte Technik. Sie sollten von Kindesbeinen an geübt und immer wieder kontrolliert werden. Und schlussendlich profitiert der gesamte Bewegungsapparat stark von regelmäßigem Ausgleichssport.
Wenn die ersten Beschwerden auftauchen, ist es vor allem für Berufsmusiker*innen wichtig, sich schnell an eine Spezialist*in zu wenden. Es gibt in Deutschland mehrere Zentren und Ambulanzen für Musikererkrankungen, die gezielt weiterhelfen.
Quelle: RMD Open
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Kinder vegetarisch ernähren?
Entwarnung für Eltern, die ihren Nachwuchs vegetarisch ernähren möchten. Im Gegensatz zu früheren Vermutungen führt die fleischlose Kost bei Kleinkindern nicht zu Wachstumsstörungen.
Körper im Wachstum braucht viel Energie
Lange Zeit glaubte man, dass bei einer gesunden Ernährung im Kindesalter Fleisch nicht fehlen darf. Die Sorge war, dass der Verzicht auf Fleisch zu Vitamin- und Mineralstoffmangel führt und der rasch wachsende Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.
Ob das zutrifft, haben nun kanadische Wissenschaftler*innen untersucht. Sie analysierten die gesundheitlichen Daten von fast 9000 Kindern, bei denen die Mütter auch Angaben zu Ernährung und Lebensführung gemacht hatten. Außerdem wurden im Alter von 6 Monaten und 9 Jahren Blutuntersuchungen durchgeführt.
Hauptsache Milch dabei
338 Kinder dieser Studie waren vegetarisch ernährt worden. Die Auswertung der Gesundheitsdaten und Blutwerte ergab, dass die vegetarische Kost keinen bedenklichen Einfluss auf den Body-Mass-Index und die Körpergröße hatte – solange die Kinder zwei Gläser Milch am Tag tranken. Auch Eisenwerte, Vitamin-D und Blutfette waren bei den Vegetarier*innen im grünen Bereich. Lediglich die Kinder, die auch komplett auf Milch verzichtet hatten, wiesen etwas ungünstigere Werte bei den Blutfetten auf.
Auf Kalorien achten und regelmäßig wiegen
Einen Unterschied gab es allerdings: Die Kinder, die ausschließlich vegetarisch ernährt worden waren, waren zu 87% leicht untergewichtig. Den Eltern raten die Forscher*innen deshalb, bei einer vegetarischen Kost auf die Kalorienzufuhr zu achten und die Kinder regelmäßig zu wiegen.
Quelle: Ärzteblatt
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Vorsicht bei Atemwegserkrankungen
Säureblocker gelten als gut verträglich. Bei längerfristiger Einnahme drohen allerdings Nebenwirkungen. Insbesondere für Patient*innen mit chronischen Atemwegserkrankungen kann das problematisch werden.
Säureblocker schützen die Schleimhaut
Magensäure ist wichtig für den Körper. Sie hilft bei der Verdauung von Eiweißen und tötet in der Nahrung befindliche Bakterien, Viren und Parasiten ab. Manchmal kann Magensäure aber auch zum Problem werden. Zum Beispiel, wenn sie in die Speiseröhre gelangt und dort die Schleimhaut angreift. Auch wenn zu viel davon produziert wird, kann sie der Magenschleimhaut schaden.
Bei Erkrankungen wie chronischem Sodbrennen oder Magengeschwüren werden oft Protonenpumpenhemmer (PPI) verordnet. Diese Medikamente reduzieren die Produktion von Magensäure, weshalb sie auch als Säureblocker bezeichnet werden. Durch die Verringerung der Säure wird die Schleimhaut vor Schäden geschützt oder sie kann, sofern schon welche vorhanden sind, besser abheilen.
Vor allem mehr Asthmaanfälle
Ob die Säurereduktion durch Protonenpumpenhemmer (PPI) einen Einfluss auf chronische Atemwegserkrankungen hat, haben kürzlich belgische Forschende untersucht. Sie analysierten dazu die Daten von fast einer Million Patient*innen, die unter Asthma oder einer chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD) litten.
Es stellte sich heraus, das schwere Ausbrüche der Atemwegserkrankungen bei Teilnehmer*innen, die PPI eingenommen hatten, häufiger waren als bei denjenigen ohne PPI-Einnahme. Dabei zeigte sich ein deutlicher Dosis-Wirkungs-Effekt - je mehr PPI eingenommen worden waren, desto größer war das Risiko.
Kurzfristig waren die Säureblocker ungefährlich: Wurden sie weniger als 7 Tage lang eingenommen, hatten sie keinen Einfluss auf Asthma oder COPD.
Verändertes Lungenmikrobiom
Eine Erklärung für diesen Zusammenhang könnte sein, dass die Säurereduktion auch das Milieu in der Lunge und damit das dortige Mikrobiom verändert. Möglich ist auch, dass durch die verminderte Eiweißverdauung im Magen die immunologischen Reaktionen beeinflusst werden.
Säureblocker werden in Deutschland oft unkritisch und zu lange eingenommen, warnen die Forschenden. Insbesondere Patient*innen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten vorsichtig sein und nur vorübergehend dazu greifen. In manchen Fällen sind nach Rücksprache mit der Ärzt*in bei Sodbrennen & Co. auch Alternativen wie Antazida oder andere Wirkstoffe eine Behandlungsoption.
Quelle: Springer Medizin
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Schützt Herz und Zellen
Für ein gesundes langes Leben sind nicht nur gute Gene verantwortlich. Man kann auch einiges selbst dafür tun - zum Beispiel sich weniger ärgern.
Optimistische Menschen werden älter
Untersuchungen zeigen immer wieder: Menschen, die sich weniger stressen und optimistisch sind, leben länger als andere. So ergab die Auswertung biographischer Angaben von Novizinnen aus dem Jahr 1930, dass eine überwiegend positive Lebenseinstellung im jungen Erwachsenenalter mit einer um etwa 10 Jahre längeren Lebensdauer in Zusammenhang stand. Ähnliches kam bei einer britischen Studie von 2022 heraus: Von den über 160000 Frauen hatten Optimistinnen eine deutlich höhere Chance, 90 Jahre alt zu werden, im Vergleich zu den eher pessimistischen Studienteilnehmerinnen.
Stress ist Gift fürs Herz
Dazu passen die Ergebnisse anderer Studien, in den Stress und Ärger sich negativ auf das Herz auswirkten. Ihnen zufolge führen Wut und Ärger dazu, dass Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol ausgeschüttet werden. Diese Hormone versetzen nicht nur das Gehirn, sondern auch das Herz und die Gefäße in Aufregung. Akut steigen dabei der Blutdruck und die Herzfrequenz an. Passiert dies bei chronischem Stress immer wieder, erhöht sich das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt deutlich. Doch Stress wirkt sich nicht nur auf die Organe negativ aus. Seit einiger Zeit ist auch bekannt, dass er die Alterung der Zellen vorantreibt, was das Leben ebenfalls verkürzen kann.
Optimistische Menschen können offenbar besser mit Ärger und Wut umgehen, was sie vor Stress-bedingten schädlichen Vorgängen im Körper schützt. Womöglich leben optimistische Menschen aber auch gesünder und bewahren ihren Organismus auf diese Weise besser vor negativen Einflüssen.
Durchatmen und meditieren
Wie dem auch sei, positive Gedanken sind offenbar gut für die Gesundheit. Wer jedoch nicht von Geburt an mit einer optimistischen Einstellung gesegnet ist, kann trotzdem etwas für sich tun: und zwar bei Wut und Ärger tief durchatmen und Entspannungstechniken einsetzen. Auf diese Weise sinkt der Stresshormonspiegel im Körper, und Herz und Gefäße werden akut entlastet.
Langfristig soll außerdem Meditieren helfen: Studien haben herausgefunden, dass regelmäßiges Meditieren die Langlebigkeit auf zellulärer Ebene fördern kann.
Quelle: Medscape
Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Alternative zu normalen Tabletten
Nicht nur bei Kindern ist die Anwendung von rektalen Zäpfchen oft sinnvoll. Leiden Erwachsene etwa an starkem Brechdurchfall, bleiben normale Tabletten nicht lang genug im Magen-Darm-Trakt, um zu wirken.
Tipps für ein leichteres Einführen
Meist bereitet das Einführen der glatten, torpedoförmigen Zäpfchen nur wenig Probleme. Vor dem Einführen sollten die Hände gut gewaschen und ein Handschuh oder Fingerling übergezogen werden. Außerdem wird das Zäpfchen am besten dann verabreicht, wenn der Darm leer ist. Einige Patient*innen verspüren nach dem Einführen sonst einen Darmentleerungsreiz. Dieser sollte auf jeden Fall unterdrückt werden, da das Zäpfchen mindestens 20 Minuten an Ort und Stelle verbleiben muss. So funktioniert das Einführen am besten:
- Zäpfchen mit der Spitze nach vorne einführen
- Auf die linke Seite legen, das rechte Bein anwinkeln
- Beim Einführen durch den Mund einatmen – dann entspannt sich die Darmmuskulatur
- Falls nötig, Zäpfchen besser gleitfähig machen: wasserlösliche Zäpfchen leicht mit Wasser befeuchten, fetthaltige Zäpfchen in der Hand anwärmen
- Keine Cremes oder Öle verwenden, da sonst die Inhaltsstoffe nicht richtig freigesetzt werden
Falls das Zäpfchen nicht im Darm verbleibt, hilft es manchmal, dieses mit dem stumpfen Ende nach vorne einzuführen. Ein Zerteilen des Zäpfchens ist zwar prinzipiell möglich, führt aber meist dazu, dass es in eine ungünstigere Form zerfällt und noch schwerer zu handhaben ist. Um genau zu dosieren, sollte das Zäpfchen aber auf jeden Fall längs statt quer geteilt werden.
Nicht zu warm lagern
Während wasserhaltige Zäpfchen auch bei hohen Temperaturen gelagert werden können, sollte bei fetthaltigen Präparaten eine Temperatur von 25 Grad nicht überschritten werden, da diese sonst schon in der Packung schmelzen. Solche Zäpfchen sind zum Beispiel bei Reisen in heiße Länder eher ungeeignet.
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Nr. 51, 20.12.2018
Quelle: Sara Steer
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