Apotheken News

Niacinamid in Hautcremes

Wundermittel für reine Haut?

Niacinamid ist ein fester Bestandteil vieler Hautcremes, Seren & Co. Das Versprechen: Das Vitamin soll die Haut glätten und Rötungen und Pigmentflecken reduzieren. Doch ist die Wirkung auch wissenschaftlich bewiesen?

Fester Bestandteil vieler Anti-Aging-Cremes

Niacinamid gehört zu den B-Vitaminen, es wird auch Vitamin B3 genannt. Über die Nahrung aufgenommen erfüllt das Molekül allerlei wichtige Funktionen im Stoffwechsel. Doch auch als Inhaltsstoff in Hautpflegeprodukten wie Gesichtscremes oder Seren ist Niacinamid beliebt. Denn das Vitamin hat sich in vielen Hautpflege-Studien bewährt:

  • Niacinamid reduziert Zeichen alternder Haut wie Rötungen, Altersflecken und große Poren. Deshalb ist Niacinamid ein beliebter Inhaltsstoff in Anti-Aging-Cremes.
  • An Zellkulturen zeigte sich, dass Niacinamid die Herstellung natürlicher Hautfette ankurbelt. Besonders trockene Haut könnte deshalb von Hautcremes mit Niacin profitieren.
  • Gleichzeitig hemmt das Vitamin die Talgproduktion und beugt so unreiner Haut vor.
  • Auch bei Hautkrankheiten wie der Akne oder dem bullösen Pemphigoid hilft Niacinamid, die Beschwerden zu lindern und das Hautbild zu verbessern.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass einige Studien von den Herstellern der Hautpflegeprodukte finanziert wurden. Das bedeutet nicht, dass die Studienergebnisse grundsätzlich falsch sind, jedoch könnte es zu einer Verzerrung der Studienergebnisse geführt haben. Ob die Produkte auch für die eigene Haut funktionieren, muss deshalb jeder selbst ausprobieren.

Wirkstoffkonzentration beachten

Produkte mit Niacinamid enthalten das Molekül meistens in einer Konzentration zwischen 2 und 5%. Einige Seren enthalten auch bis zu 10% Niacinamid. Wer zu empfindlicher Haut neigt, sollte Produkte mit hoher Niacinamid-Konzentration aber mit Vorsicht anwenden. Selten kommt es nämlich zu einem „Niacin-Flush“ – einer vorrübergehenden Hautrötung, die durch eine gesteigerte Durchblutung der Haut verursacht wird.

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung; Kerscher, Williams und Trüeb: Dermatokosmetik, Steinkopff, 2009

Quelle: Marie Schläfer
Bildrechte: Ground Picture/Shutterstock.com

Ab in die Mucki-Bude!

Migräneattacken vorbeugen

Migräneattacken lässt sich nicht nur mit Medikamenten vorbeugen. Auch Sport kann die Anfälle ausbremsen. Amerikanische Forscher*innen empfehlen dafür ein konkretes Fitnessprogramm.

Über 1000 Migränepatient*innen im Test

Die Migräne ist eine chronische Erkrankung, bei der die Betroffenen immer wieder unter typischen Kopfschmerzen leiden. Diese werden oft von Übelkeit und anderen Beschwerden begleitet. Manche Menschen haben nur ein- bis zweimal im Jahr damit zu tun, andere werden mehrmals im Monat von den Attacken heimgesucht.

Mit Arzneimitteln kann man den Kopfschmerz-Anfällen vorbeugen. Es gibt allerdings auch nicht-medikamentöse Maßnahmen, die eine Migräne ausbremsen. Dazu gehört körperliches Training. Welcher Sport am besten gegen Migräne hilft, hat nun eine amerikanische Arbeitsgruppe bei der Analyse von 21 entsprechenden Untersuchungen mit mehr als 1000 Migränepatient*innen herausgefunden.

Krafttraining hilft am besten

Zunächst einmal: Jedes Training reduziert die Migräneattacken und ist damit besser als körperliche Schonung. Die größte Wirksamkeit zeigte das Krafttraining: Es senkte die Anzahl der Migränetage pro Monat um 3,5. Mit intensivem Ausdauertraining wurden die Migränetage um 3,1 reduziert, mit moderatem Ausdauertraining um 2,2.

Krafttraining stärkt die Nackenmuskulatur und wirkt womöglich so positiv auf Schmerzimpulse der oberen Halswirbelsäule, vermuten die Forschenden. Für den positiven Effekt des Ausdauersports machen sie u.a. eine gesteigerte Endorphinausschüttung verantwortlich.

Große Muskeln abwechselnd trainieren

Beim Krafttraining sollen dreimal wöchentlich zwei bis drei Trainingssets à 15 Wiederholungen durchgeführt und die Belastung wöchentlich gesteigert werden. Wichtig ist, dass man alle großen Muskeln einschließlich der Halsmuskulatur trainiert und die Muskelgruppen regelmäßig wechselt (z. B. Tag 1 Nacken, Schulter, Arme; Tag 3 Po, Ober- und Unterschenkel; Tag 5 Stamm- und Rückenmuskeln, Tag 7 wie Tag 1).

Ergänzend soll die Ausdauer trainiert werden. Nach WHO-Empfehlung 150 Minuten wöchentlich mit moderatem oder 75 Minuten mit intensivem aerobem Training. Wer sich an dieses Fitnessprogramm hält, hat gute Chancen, seltener unter Migräneattacken zu leiden, schreibt die Arbeitsgruppe.

Quelle: SpringerMedizin

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: Dmytro Zinkevych/shutterstock.com

Online-Tool berechnet Zuckerlimit

Kalorienbomben für Kinder erkennen

Mit Schoko-Zerealien, Zwischendurch-Snack, Fertigpizza und Fruchtsäften kommt über den Tag so einiges an Nährstoffen zusammen. Vor allem bei Kindern ist das empfohlene Tageslimit an Zucker oder Fett schnell überschritten. Ein Ernährungsrechner von Stiftung Warentest hilft Eltern bei der Berechnung.

Jedes zehnte Kind krankhaft übergewichtig

Deutsche Kinder und Jugendliche werden immer dicker. 15 Prozent von ihnen bringen laut Robert Koch-Institut zu viele Pfunde auf die Waage. In den letzten Jahren hat auch die Zahl der Kinder mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas) sprunghaft zugenommen. 2022 gab es im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten unter den 6- bis 18-Jährigen fast 11 Prozent mehr adipöse Jungen und Mädchen.

Das liegt nicht nur an mangelnder Bewegung, sondern auch an der falschen Ernährung. Eine ganz zentrale Rolle spielt dabei die Zuckerzufuhr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Energie aus freiem Zucker aufzunehmen. Dazu gehören nicht nur zugesetzter Zucker, sondern auch die Süße aus Honig, Fruchtsäften, Obst und Sirup.

Nährwerte allein reichen nicht

Auf verpackten Lebensmitteln ist die Angabe über die darin enthaltenen Nährwerte Pflicht. Fett, Eiweiß, Kalorien und Zucker werden pro 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben. Das vermag immerhin einen groben Überblick darüber geben, wie gesund oder ungesund ein Lebensmittel ist. Welchen Anteil es im individuellen Fall am täglich empfohlenen Nährwertverbrauch hat, muss oft erst mühsam berechnet werden.

Online-Tool zeigt Zuckerlimit

Um das bei Kindern einfach feststellen zu können, hat Stiftung Warentest einen Ernährungsrechner entwickelt. In dieses Online-Tool gibt man das Alter des Kindes sowie Nährwerte und Portionsgröße des Lebensmittels ein und klickt auf „Berechnen“. Sofort zeigt das Ergebnis, wieviel Zucker das Kind mit dem Snack oder Quetschie aufnimmt, ob schon die Obergrenze für Süßes erreicht ist oder noch Spielraum für weiteren Schnuckelkram bleibt.

Für Fette, Eiweiß, Kalorien und Salz funktioniert das entsprechend. Auf diese Weise bekommen Eltern schnell einen Überblick darüber, was für den Organismus ihres Kindes angemessen und was zu viel ist.

Quelle. Stiftung Warentest

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: kwanchai.c/shutterstock.com

So schluckt das Baby seine Arznei

Spritze statt Löffel

Der Geschmack ist oft übel, die Dosierung knifflig — Kleinkindern und Babys Medikamente zu verabreichen, ist gar nicht so einfach. Folgende Tipps machen es Kindern und Eltern leichter.

In den Mund träufeln — aber richtig

Babys bekommen ihre Arzneien oft in flüssiger Form. Hier muss man bei der Dosierung aufpassen, erklärt Kinderarzt Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Mit normalen Haushaltslöffeln lässt sich die erforderliche Menge nicht exakt bestimmen. Besser ist es, zur Dosierung eine Pipette oder eine nadellose Spritze mit genauer Maßangabe zu nehmen. Damit lässt sich die Arznei dann auch gleich in den kleinen Mund träufeln. Und das macht man am besten so:

  • Das Baby aufrecht hinsetzen oder im Arm halten.
  • Sanft über die Wange streicheln, damit das Kind seinen Mund öffnet.
  • Die (nadellose!) Spritze vorsichtig in den Mund einführen.
  • Eine kleine Menge langsam in die untere Wange gebn (so vermeidet man den Kontakt der Arznei mit den Geschmacksknospen der Zunge).
  • Streicheln unter dem Kinn fördert das Schlucken.
  • Baby schlucken lassen, dann die zweite Portion verabreichen.

Auf keinen Fall darf das Medikament in den Rachen geträufelt werden, da sich die Kleinen dann oft verschlucken. Leichter fällt die Medikamentengabe, wenn das Arzneimittel vor der Fütterung des Kindes verabreicht wird. Denn dann öffnet das Baby den Mund oft automatisch.

Eis und Pudding dazu?

Ob der Geschmack eines Medikaments mit Milch oder Babynahrung abgemildert werden darf, muss mit der Kinderärzt*in besprochen werden. Bei älteren Kindern hilft oft, vor oder nach der Medikamentengabe etwas Eis, Pudding, Joghurt oder Marmelade zu essen. Auch hier ist abzuklären, ob sich die Arznei mit der gleichzeitigen Gabe von Pudding & Co. verträgt und nicht etwa in ihrer Wirkung geschwächt wird. Ein weiterer Trick gegen übel schmeckende Arzneien: Im Kühlschrank lagern (wenn erlaubt) und kalt einnehmen. Kälte betäubt die Geschmacksnerven und sorgt so für einen deutlich weniger intensiven Geschmack.

Kein Drama machen

Ist das Kind alt genug, sollte es kindgerecht erklärt bekommen, warum es überhaupt Medikamente nehmen muss. Die Eltern sollten dann kein Drama um die Medikamentengabe machen. Je selbstverständlicher und positiver sie das Ganze sehen, desto leichter fällt das auch dem Kind. Gelobt werden sollten Kinder nach problemloser Medikamenteneinnahme natürlich trotzdem.

Motivieren ist das A und O

Kinder für eine regelmäßige Medikamenteneinnahme zu begeistern, ist nicht immer einfach. Spielerisch klappt das mit Sammelkarten. Für jede Einnahme gibt es einen Aufkleber oder ein Kreuzchen. Ist die Karte voll, winkt eine kleine Belohnung.

Motivierend ist für viele Kinder auch, wenn sie mitbestimmen dürfen. Sei es nun die Geschmacksrichtung bei aromatisierten Arzneien oder — nach Rücksprache mit der Kinderärzt*in —die Verabreichungsform. Denn ob man lieber eine Kautablette kaut, eine Tablette auf einmal schluckt oder den Inhalt einer Kapsel als Pulver auf die Mahlzeit gibt ist auch bei Kindern Geschmackssache.

Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: pawat kueakoolsataporn/Shutterstock.com

Was tun gegen Blähungen?

Wenn die Winde den Darm aufwirbeln

Blähungen sind zwar peinlich, aber nicht ungewöhnlich. Wirbeln die Winde jedoch übermäßig oft durch den Darm und verursachen dabei Unwohlsein, gilt es zu handeln.

Bestimmte Lebensmittel blähen besonders stark

Harmlose Blähungen, auch Flatulenzen genannt, sind eine normale Reaktion des Darms, wenn die mit der Nahrung eintreffende Luft auf das dortige Gasgemisch prallt. „Im Prinzip sind Blähungen ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet“, meint Dagmar Mainz, Fachärztin für Erkrankungen des Verdauungstrakts. Treten die Winde aber öfter als 20-mal am Tag auf oder tun sie weh, sollte etwas dagegen getan werden.

Häufig ist die Ernährung schuld an den Blähungen: „Rohkost in Form von Obst und Gemüse, Müsli und Milchprodukte können Blähungen begünstigen“, erklärt Mainz. Auch kohlensäurehaltige Getränke erhöhen den Gasgehalt im Darm. Ebenfalls möglich sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Wird Milchzucker nicht vertragen, spricht man von einer Laktoseintoleranz, bei Fruchtzucker von einer Fruktoseintoleranz. Abhilfe schafft dann nur ein Verzicht auf entsprechende Lebensmittel. Vorher sollte der Verdacht aber sicherheitshalber mit der Ärzt*in abgeklärt werden.

Viel Bewegung beugt Blähungen vor

Bei Schmerzen im Unterleib können feucht-warme Umschläge helfen, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Das gleiche gilt für den sogenannten Vier-Winde-Tee aus Kümmel- und Fenchelsamen, Pfefferminzblättern und Kamillenblüten. Den Tee aus Heilkräutern gibt es in der Apotheke zu kaufen. Hiervon sollten täglich vier Tassen getrunken werden, bis Besserung eintritt. Ebenfalls wirksam gegen Blähungen sind Stressabbau, langsames Essen und sorgfältiges Kauen sowie viel Bewegung. Gerade bei Blähungen mit Verstopfung verschafft häufig schon ein Verdauungsspaziergang Abhilfe.

Quelle: Internisten im Netz

Quelle: Leonard Olberts
Bildrechte: maroke/Shutterstock.com