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Malen als Gedächtnisstütze

Wörter lieber zeichnen als schreiben

Wortlisten merken, schwierige Definitionen begreifen – mit Stift und Zeichenpapier in der Hand kaum noch ein Problem. Das Aufmalen von Begriffen hilft dem Gedächtnis deutlich auf die Sprünge.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Wie schaffen wir es, uns besser an Wörter und schwierige Begriffe zu erinnern? Dieser Frage gingen kanadische Wissenschaftler der Universität Waterloo nach. Eine Liste mit Begriffen wie zum Beispiel Birne und Lkw behielten Versuchspersonen viel besser in Erinnerung, wenn sie diese aufzeichneten. Die Probanden merkten sich die Worte viel schlechter, wenn sie sie mehrfach aufschrieben, sich im Geist vorstellten oder entsprechende Abbildungen betrachteten. Auch Erklärungen für schwierige Begriffe wie beispielsweise Isotop prägten sich den Teilnehmern besser ein, wenn sie nicht nur abgeschrieben, sondern gemalt wurden.

Malen besonders hilfreich für Ältere und Demenzkranke

Ältere Personen schnitten schlechter ab als jüngere, wenn sie sich Wortlisten durch Aufschreiben merken sollten. Dieser Nachteil verschwand vollständig, wenn sie die Begriffe zeichneten. Auch Patienten mit Demenz profitierten von der Zeichenmethode, mit der sie sich eine Wortliste am besten einprägten.
Die Studienleiterin Myra Fernandes vermutet, dass aufgrund der Kombination aus motorischen und visuellen Anteilen das Zeichnen so gut als Erinnerungsstütze funktioniert. Zusätzlich verlangt das Malen ein intensives Auseinandersetzen mit dem Begriff oder der Definition.

Ohne Bedeutung für die Gedächtnisleistung waren die künstlerischen Fähigkeiten des Einzelnen; auch die Strichmännchen von Teilnehmern ohne Zeichenerfahrung halfen beim Erinnern.

Quelle: Spektrum

Quelle: Simone Lang
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Abführmittel als Diäthelfer

Missbrauch mit Nebenwirkungen

Häufig werden Abführmittel, die eigentlich gegen Verstopfungen helfen, für eine Diät missbraucht. Das kann riskante Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen haben. Ernährungsberatung hilft Diätwilligen.

Ein Schlankmacher, der keiner ist

Abführtees, -dragees und säfte gehören zu den verschreibungsfreien Arzneimitteln und werden besonders häufig dazu benutzt, lästige Fettpolster auf schnellem Weg loszuwerden. Einer irrigen Annahme zufolge sorgen abführenden Mittel (Laxantien) über eine schnelle Darmpassage dafür, dass Nährstoffe nicht vom Körper aufgenommen werden können. Dabei wirken Abführmittel hauptsächlich im Dickdarm, die Nährstoffe aus der Nahrung nimmt der Körper vorher – nämlich in Magen und Dünndarm – auf.

Zeigt die Waage nach kurzer Zeit ein paar Kilos weniger an, ist das auf einen Wasser- und Mineralienverlust zurückzuführen. Der Elektrolythaushalt des Körpers gerät aus dem Gleichgewicht und der Körper verliert vor allem Kalium und Magnesium. Die sich anschließende Trägheit des Darms erfordert wieder eine Behandlung mit Abführmitteln – ein gefährlicher Teufelskreis beginnt.

Wie Sie überflüssigen Pfunden beikommen

Viele Apotheken bieten eine spezielle Ernährungsberatung an, erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke. Hier erhalten Diätwillige Tipps, wie sie ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten so verändern, dass der Winterspeck rechtzeitig zum Sommerurlaub verschwunden ist.

Quelle: Apothekerkammer Niedersachsen

Quelle: Simone Lang
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Blutzuckermessung ohne Stechen

Bequem und trotzdem sicher?

Die Blutzuckermessung ist fester Bestandteil im Alltag eines Diabetikers, doch das häufige Piksen ist oft lästig. Moderne Sensoren versprechen eine sichere und bequeme Alternative. Doch wie funktioniert das?

Messung unter der Haut

Im Gegensatz zu einer „klassischen“ Blutzuckermessung, für die mehrmals täglich ein kleiner Tropfen Blut benötigt wird, messen die neuen Systeme kontinuierlich den Zuckergehalt der Gewebeflüssigkeit durch einen kleinen Schlauch direkt unter der Haut, ohne Blutgefäße zu verletzen. Einmal auf den Oberarm oder den Bauch geklebt, kann der Sensor dort bis zu 2 Wochen bleiben, bevor er ausgetauscht wird. Die Messwerte werden dann entweder kontinuierlich oder nach einem Scanvorgang auf dem Lesegerät angezeigt.

Schulungen helfen beim Einstieg

Der Umgang mit der kontinuierlichen Blutzuckermessung erfordert ein wenig Übung. Zudem können die empfindlichen Sensoren durch Medikamente gestört werden. Um die Messwerte richtig interpretieren zu können, bietet es sich also an, eine Schulung zu besuchen. Da die Sensoren direkt auf die Haut geklebt werden, kann die Haut an der betroffen Stelle gereizt werden oder allergisch reagieren. Einmal verstanden, haben die Systeme aber viele Vorteile. Das lästige Stechen vor jeder Messung entfällt und der Diabetiker kann den Verlauf seines Blutzuckers genau verfolgen. Viele Geräte warnen den Benutzer sogar bei einer Über- oder Unterzuckerung. Motivierte Diabetiker können die Messgenauigkeit des Sensors noch weiter verbessern, indem sie ihn an ihren Körper und die Messbedingungen anpassen. Zukünftig ist es sogar denkbar, die Zuckermessung direkt mit einer Insulinpumpe zu koppeln, sodass der Blutzucker fast automatisch reguliert wird.

Kostenübernahme durch die Krankenkassen

Systeme zur kontinuierlichen Zuckermessung und die Schulung sind recht teuer. Allerdings gibt es auch hier günstigere Alternativen. In einigen Fällen werden sie auch von den Krankenkassen als Hilfsmittel anerkannt. Wer Anspruch auf eine Verordnung hat, lässt sich am besten in einem Gespräch mit dem behandelnden Arzt klären.

Quelle: PTA heute, 3; 2020

Quelle: Marie Schläfer
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Was verträgt der Kinderrücken?

Ranzen, Rucksack oder Trolley

Der Kauf der ersten Schultasche ist für die meisten Schulanfänger ein besonderes Ereignis. Die Auswahl ist riesig und reicht vom traditionellen Ranzen über Rucksäcke bis hin zum Trolley. Doch was ist das Beste für den Kinderrücken? Tipps für den Schulranzenkauf gibt´s von der Aktion Gesunder Rücken.

Schleppen oder ziehen …

Die von Erstklässlern am häufigsten getragene Schultasche ist der gute alte Ranzen in neuem, rückenfreundlichen Design. Doch viele Kinder wünschen sich stattdessen wie „die Großen“ einen Rucksack. Dem steht nichts entgegen, betonen die Experten von der Aktion Gesunder Rücken, denn inzwischen gibt es Schulrucksäcke, die genauso ergonomisch geformt sind wie die modernen Ranzen. Von Trolleys raten sie dagegen ab: Der gut gemeinte Gedanke, die schweren Schulmaterialien lieber hinter sich herzuziehen als auf dem Buckel zu tragen, erweist sich nämlich als Irrtum: Beim Ziehen verdreht sich der Körper, was zu einer ungesunden, einseitigen Belastung führt.

Wann ist ein Ranzen oder Rucksack rückenfreundlich?

Beim Kauf der Schultasche sollten Eltern auf folgende Kriterien achten:

  • Das Rückenteil sollte rutschfest, atmungsaktiv und an den Rücken angepasst sein.
  • Die Tragegurte sollten etwa 4 cm breit, rutschfest und gut gepolstert sein. Um den Nacken zu schonen sind S-förmige Tragegurte gut, sie sparen die Nackenregion aus.
  • Ranzen und Rucksäcke sollten für die Fixieren an Brust des Kindes einen Brustgurt haben.
  • Bei Rucksäcken ist ein weich gepolsterter, möglichst abnehmbarer Beckengurt wichtig, um das Gewicht von den Schultern auf den Beckenkamm zu verlagern.
  • Zum besseren Anheben sollte ein Rucksack oder Ranzen einen Tragegriff haben.

Sowohl Ranzen als auch Rucksack müssen sich so einstellen lassen, dass sie nah an den Schulterblättern sitzen. Wichtig zur Entlastung der Wirbelsäule ist auch die Verteilung der Fächer: Das größte Fach für beispielsweise dicke Bücher sollte im vorderen Teil des Ranzens sein, um schwerere Gegenstände nicht direkt an der Wirbelsäule tragen zu müssen.

Mythos Schwergewicht

Auch das Gewicht, das den Kindern während des Schulwegs auf dem Buckel lastet, macht vielen Eltern Sorgen. Doch Kinder können durchaus mehr schultern als die häufig angegebenen 10-12% ihres Körpergewichts. Eine Studie der Universität Saarland hat gezeigt, dass gesunde Kinder bis zu 20% ihres Körpergewichts problemlos tragen können. Das Gewicht übt sogar einen wichtigen Trainingsreiz auf die sich entwickelnden Muskeln und Knochen aus, weswegen die Kleinen ihre Ranzen auch selbst tragen sollen.

Quelle: lifePR

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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Windeldermatitis: China macht´s vor

Gesunder oder wunder Po?

Wo gewindelt wird, gedeiht auch gerne der Windelausschlag. Doch sowohl bei den Wickel- und Hygienepraktiken als auch bei der Häufigkeit des Windelausschlags gibt es kulturelle Unterschiede, wie ein Drei-Länder-Vergleich in puncto Windeldermatitis zeigt.

Windeldermatitis weltweit verbreitet

Die Windeldermatitis (umgangssprachlich auch Windelausschlag) ist eine Zivilisationskrankheit: Überall da, wo unter einer Windel Urin und Stuhl bei Wärmestau und Luftausschluss die zarte Babyhaut reizen, können sich wunde Stellen entwickeln. Welchen Einfluss verschiedene Pflegetechniken der Eltern auf den Kinderpo haben, wurde nun von amerikanischen Forschern untersucht.

In einer Querschnittsstudie an 1791 Babys aus Deutschland, USA und China verglichen sie die Häufigkeit und den Schweregrad der Windeldermatitis. Per Fragebogen erfassten sie zudem die Wickel- und Hygienepraktiken der Eltern. Eine mittelschwere oder stark ausgeprägte Windeldermatitis fand sich bei 14,9% der deutschen Babys, aber nur bei 8,7% der amerikanischen und 1,3% der chinesischen Babys. Am stärksten waren der Bereich um den Anus und die Leistenregion befallen. Auch das Klima der „Windelkammer“, also der Region unter der Windel, wurde gemessen: Dort war es bei den chinesischen Babys am trockensten und bei den deutschen Kindern am feuchtesten.

Andere Länder, andere Sitten

Stellt sich die Frage, was die chinesischen Eltern anders machten beim Wickeln: Zum einen wurden dort am häufigsten lokale Pflegeprodukte wie Wundschutzcremes verwendet, um einen wunden Po zu verhindern. Außerdem säuberten sie den mit Stuhl verschmierten Kinderpo am sorgfältigsten und mit viel Wasser, während deutsche Eltern dafür seltener Wasser und häufiger Wischtücher benutzten. Zudem ließen chinesische Eltern ihre Babys öfter mit freiem Po an der Luft strampeln.

Unterschiede gab es auch bei der Häufigkeit des Windelwechselns: Zwar bekamen die US-Babys in 24 Stunden durchschnittlich die meisten, nämlich 8 neue Windeln verpasst (deutsche Babys 7 und chinesische 6). Die chinesischen Kinder steckten aber mit durchschnittlich etwa 6 Stunden am kürzesten in ihrer Nachtwindel (USA 8 Stunden, Deutschland 8,5 Stunden). Dabei wurden in allen drei Ländern vor allem Wegwerfwindeln verwendet, berichten die Forscher (Deutschland 100%, USA 98,5%, China 92,2%).

Wickelgewohnheiten scheinen die Häufigkeit vom Wundsein deutlich zu beeinflussen, kombinieren die Forscher. Ihre Empfehlungen zur Vermeidung der Windeldermatitis:

  • Den Babypo nach jedem Stuhlgang mit viel Wasser und leicht sauren Reinigungsprodukten gründlich säubern.
  • Besonders auf die Leistenregion und den Bereich um den Anus achten.
  • Vorbeugend Wundschutzcremes anwenden.
  • Die Nachtwindel kürzer am Babypo lassen.
  • Das Baby immer wieder über längere Zeit ohne Windel an freier Luft strampeln lassen.

Quelle: Pediatric Dermatology

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
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