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No-Go: Geschenke mit Knopfbatterien

Gefahr für Kinder nicht unterschätzen

Oma und Opa, die Taufpatin und die nette Nachbarin – oft haben Eltern nur wenig Einfluss darauf, welche lieb gemeinten Geschenke unterm Weihnachtsbaum landen. Wenn die Präsente aber Knopfbatterien erhalten, hilft zum Schutz der Kleinsten nur eins: nachträglich aussortieren.

Risikogebiet Speiseröhre

Kinderzimmer und Spielzeugschubladen sind heute voll von Gegenständen, die Geräusche machen, leuchten oder sich bewegen. So spannend elektrisches Spielzeug für die Kleinen auch ist: Der Strom dafür sollte auf keinen Fall aus Knopfbatterien stammen. Denn gerade diese kleinen, runden Batterien werden von Kindern häufig verschluckt. Besonders gefährlich ist das, wenn die Batterie in der Speiseröhre steckenbleibt. Oft sind die Batterien nämlich noch geladen. Legen sie sich an das feuchte Gewebe der Speiseröhre an, kommt es zum Stromfluss.

Verätzungen und Löcher im Gewebe

Nicht der Strom an sich, sondern die pH-Wert-Veränderung an dieser Stelle wird dann zum Problem. Denn dadurch kommt es zu chemischen Reaktionen, die das Gewebe verätzen und sogar durchlöchern können. Aus diesem Grund ist das Verschlucken einer Batterie immer als Notfall einzustufen, bei dem die Eltern umgehend eine Ärzt*in aufsuchen sollten. Länger als zwei Stunden sollte die Batterie auf keinen Fall in der Speiseröhre verbleiben.
Ein Zeitfenster, das nur einzuhalten ist, wenn die Eltern das Verschlucken auch beobachten. Unbemerkt abgeschluckte Batterien fallen meist erst auf, wenn die Kinder plötzlich würgen, sich (teils blutig) erbrechen oder Probleme beim Schlucken oder Atmen haben. Einige Kinder verweigern auch plötzlich das Essen.

Einjährige besonders oft betroffen

Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Eltern Knopfbatterien aus der Reichweite ihrer Kinder entfernen. Neben Spielzeug sind weitere Gefahrenquellen beispielsweise auch Fernbedienungen oder andere elektronische Geräte. Besonders konsequent sollte man übrigens bei einjährigen Kindern im Haushalt vorgehen. Diese sind von Batterie-Unfällen nämlich besonders oft betroffen.

Quelle: Kinderärzte im Netz

Quelle: Sara Steer
Bildrechte: Olesia Bilkei/Shutterstock.com

Trotz Alter noch fahrtauglich?

Checkliste für den Selbsttest

Autofahren verschafft Senior*innen ein großes Stück Selbstständigkeit. Doch nicht jeder ist noch fit genug für das Lenken eines Fahrzeugs. Mit einer Checkliste können alte Menschen jetzt selbst abschätzen, wie es um ihre Fahrtüchtigkeit steht. Und ob sie diese besser ärztlich abklären lassen sollten.

Zu unbeweglich für den Schulterblick …

Im Alter sinkt die Leistungsfähigkeit: Die Konzentration lässt nach und das Reaktionsvermögen wird schlechter. Oft kommen Seh- oder Hörstörungen dazu. Und auch die Beweglichkeit ist häufig eingeschränkt, sodass z. B. der gewohnte schnelle Schulterblick Probleme bereitet. Das alles kann beim Autofahren zum Handicap werden.

Deshalb raten Ärzt*innen alten Menschen zu regelmäßigen Gesundheitschecks. Dabei sollten auch die Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, überprüft werden. Denn einige Wirkstoffe beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit.

Diskreter Selbsttest

Senior*innen können jedoch mit ein paar einfachen Fragen selbst abschätzen, ob sie noch sicher im Verkehr unterwegs sind. Dazu hat die Alzheimer Forschung Initiative eine Checkliste entwickelt. Wird eine oder mehrere der Fragen mit Ja beantwortet, ist es sinnvoll, die Fahrtüchtigkeit mithilfe der Hausärzt*in abklären zu lassen.

  • Verlieren Sie beim Fahren manchmal die Orientierung?
  • Haben Sie Schwierigkeiten, andere Verkehrsteilnehmer*innen, Ampeln oder Verkehrszeichen zu erkennen und rechtzeitig darauf zu reagieren?
  • Haben Sie Probleme, das Gas-, Kupplungs- oder Bremspedal zu betätigen?
  • Hören Sie Motorengeräusche, Schaltung oder Signale anderer Verkehrsteilnehmer*innen (manchmal) spät oder schlecht?
  • Finden Sie es schwierig, den Kopf zu drehen und über Ihre Schulter zu blicken?
  • Werden Sie im dichten Verkehr oder auf unbekannten Straßen nervös? • Hupen andere Autofahrer*innen häufig wegen Ihres Fahrverhaltens?
  • Verursachen Sie in letzter Zeit häufiger kleinere oder „Beinahe“-Unfälle?
  • Fühlen Sie sich beim Fahren unsicher?
  • Werden Sie schläfrig oder wird Ihnen schwindelig, nachdem Sie Ihre Medikamente eingenommen haben?

Broschüre bestellen

Dieser Selbsttest ist Teil einer Broschüre, die man bei der Alzheimer Forschung erhalten kann. Darin finden sich zusätzlich Sicherheitstipps und Strategien für ältere Autofahrer*innen und Infos, wie man auch ohne Auto mobil bleibt.

Quelle: Alzheimer Forschung Initiative eV

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: agefotostock/imago-images.de

Krebsverdächtiger Stoff im Gläschen

Gemüse-Fleischbrühebrei im Test

Spätestens ab dem 7. Monat braucht das Baby mehr als Milch. Wer den Babybrei nicht selbst kochen will, greift zu praktischen Fertigbreien im Gläschen. Doch bei der Gemüse-Fleischbrühe-Variante ist Vorsicht geboten, warnt Ökotest.

Furangehalt erhöht

Ein Babybrei sollte vor allem gesund und schadstofffrei sein Leider trifft das laut Ökotest für viele Gemüse-Fleischbrühe-Zubereitungen nicht zu. 20 Breie haben die Tester*innen unter die Lupe genommen, und keines der getesteten Produkte war völlig frei von Furan. Dieser Stoff wird von der WHO als möglicherweise krebserregend eingestuft.

Ein gewisser Furangehalt ist in den Gläschen bisher nicht vermeidbar, erklärt Ökotest. Das liegt an den speziellen Produktionsprozessen, vor allem an der Sterilisation der Fertigbreie. Doch immerhin war der Furangehalt in einigen der getesteten Breie sehr niedrig. Bei zwölf Breien bewerteten die Tester*innen ihn jedoch als erhöht (diese Breie schnitten bestenfalls „befriedigend“ ab).

Um den Furangehalt zu senken, hat Ökotest einen Tipp: Das Gläschen offen warm machen. Dann verflüchtigen sich 15 bis 30% des kritischen Stoffs.

Falsche Versprechungen fürs Babygehirn

Auch in puncto Eisen gab´s Kritik von Ökotest. Ein Hersteller setzt Eisendiphosphat zu, was in den Augen der Tester*innen überflüssig ist. Sie raten zu Eisen aus natürlichen Quellen, von denen es ausreichend gibt – wie beispielsweise Fleisch. In drei anderen Breien war der Eisengehalt geringer als erwartet – obwohl es sich um Gemüse-Fleischbrühe handelte.

Einige Breie werben mit der Zugabe von Alpha-Linolensäure, die „zur Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen beiträgt“. Das in den Produkten steckende Rapsöl wird vom Babyorganismus zu Omega-3-Fettsäuren verstoffwechselt. Die umgewandelte Menge ist allerdings sehr niedrig und nicht geeignet, das Baby ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen.

Von drei Breien rät Ökotest ab

Insgesamt erhielten sechs Breie die Note „gut“, darunter drei Alnatura-Breie von Demeter, Babydream Pastinaken mit Reis und Pute, Dm Bio Fenchel-Pastinake mit Couscous und Huhn sowie Edeka Bio Pastinaken Kartoffeln & Rind. Sie alle hatten einen nur niedrigen Furangehalt und kaum weitere Mängel.

Acht Gläschenbreie waren befriedigend, drei ausreichend. Von drei Zubereitungen rät Ökotest ab. Eine war ungenügend – unter anderem aufgrund erhöhter Nitratwerte — und zwei waren mangelhaft. Bei diesen führten neben erhöhten Furanwerten und zugesetztem Eisendiphosphat auch noch PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen im Deckel zur Abwertung.

Quelle: Ökotest

Quelle: Dr. med. Sonja Kempinski
Bildrechte: ElRoi/shutterstock.com

Sodbrennen nach dem Essen

Medikation überprüfen lassen

Sodbrennen, Brennen im Rachen und saures Aufstoßen sind mögliche Anzeichen der sogenannten Refluxkrankheit. Mitunter verursachen oder verstärken bestimmte Medikamente den unangenehmen Übertritt von Säure aus dem Magen in die Speiseröhre.

Refluxkrankheit: Vielfältige Ursachen

Von einer Refluxkrankheit sprechen Ärzt*innen, wenn nach dem Essen regelmäßig Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Aufstoßen, Sodbrennen oder Entzündungen der Speiseröhrenschleimhaut sind mögliche Folgen. Refluxbeschwerden treten zum Beispiel bei einer Verengung des Magenausgangs auf oder wenn der Verschlussmechanismus des unteren Speiseröhrenschließmuskels gestört ist. Häufiger Verzehr von fettreichen Speisen, regelmäßiger Nikotin-, Alkohol- und/oder starker Kaffeekonsum erhöhen das Risiko. Weitere begünstigende Faktoren sind Übergewicht oder die Druckbelastung durch die stark vergrößerte Gebärmutter im letzten Drittel einer Schwangerschaft. Darüber hinaus kommen bestimmte Medikamente als Auslöser in Betracht.

Medikamente können Reflux begünstigen

„Als Auslöser der Beschwerden können vor allem Arzneimittel in Frage kommen, die zu einer Entspannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels führen und dadurch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen“, erklärt Professor Dr. med. Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Zentrum in Hamburg-Eppendorf. Dazu zählen zum Beispiel manche Rheumamittel, Psychopharmaka mit angstlösender Wirkung, Antibiotika sowie Medikamente zur Behandlung von Osteoporose, Eisenmangel, Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung, Asthma oder Harninkontinenz. Insbesondere Schmerzmittel, die zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) gehören, können Entzündungen in der Speiseröhre hervorrufen. Hegen Ärzt*in oder Pateint*in den Verdacht, dass ein Medikament die Beschwerden auslöst oder verstärkt, kann oft auf ein besser verträglicheres Präparat ausgewichen werden. „Selbstverständlich sollten vom Arzt verschriebene Medikamente nicht einfach abgesetzt werden“, warnt Dr. Miehlke.

Quellen: Ärzteblatt

Quelle: Sandra Göbel
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Erste Hilfe bei Nasenbluten

Blutung effektiv stoppen

Gerade in der Winterzeit strapaziert die trockene, kalte Luft nicht nur die Gemüter, sondern auch die Nasenschleimhaut. Häufiges Nasenbluten ist dabei keine Seltenheit. Doch was tun, wenn das Blut läuft?

Ursachen für Nasenbluten

Meist ist Nasenbluten harmlos und auf eine geringe Raumluftfeuchtigkeit zurückzuführen, die ein Austrocken der Schleimhäute bedingt. Allerdings kann es auch als Nebenwirkung einiger Arzneimitteln, z.B. Blutgerinnungshemmer, Zytostatika oder Nasenspray, auftreten. Kommt es häufiger zu Nasenbluten, sollte man auch an eine zugrundeliegende Erkrankung denken. Beispielsweise begünstigen Gerinnungsstörungen, Diabetes, schwere Essstörungen und Bluthochdruck die Entstehung von Nasenbluten.

Blutung stoppen

Tritt Nasenbluten plötzlich auf, helfen einfache Maßnahmen, um die Blutung schnell zu stillen:

• Aufrecht hinsetzen und den Kopf nach vorne beugen, um zu vermieden, dass Blut in den Rachen gelangt

• Für etwa 5 – 10 Minuten die Nasen mit zwei Fingern zuhalten, d.h. die Nasenflügel an die Nasenscheidewand drücken (Abdrücken der blutenden Gefäße)

• Keinesfalls Taschentücher oder Ähnliches in die Nase stopfen, da die Wunde beim Entfernen dieser wieder aufreißen könnte

• Eine zusätzliche Kühlkompresse im Nacken verengt die Blutgefäße und fördert die Blutstillung

• Um eine erneute Blutung zu vermeiden, sollte man für einige Stunden das Schnäuzen der Nase unterlassen.

Falls das Nasenbluten länger als 20 Minuten (bei Kindern mehr als 10 Minuten) anhält, ist eine Ärzt*in aufzusuchen. Um Nasenbluten vorzubeugen, empfiehlt es sich regelmäßig an die frische Luft zu gehen, eine Raumluftfeuchtigkeit von mindestens 40% zu schaffen und trockene Nasenschleimhäute mithilfe von Nasenduschen, Nasenölen und Nasencremes zu pflegen.

Quelle: Deutsche Apothekerzeitung 2019

Quelle: Christina Winzig
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